Wir LIEFERN ZUKUNFT

Dr. Michael Scherbinski, Senerco GmbH

Die Innovations-Werkstatt – neue Geschäftsfelder und Produkte für Energieversorger und Stadtwerke am 26.6.2018 in Düsseldorf

Die Energiewirtschaft gehört zu den am wenigsten innovativen Branchen in Deutschland – und das angesichts der großen gesell­schaftlichen Herausforderungen von Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung. Noch tragen Commodities (Strom und Gas) zu den Ergebnisabführungen an die Anteilseigner – in der Regel die kommunalen Gebietskörperschaften – bei. Aber die Entwicklung ist absehbar: sie haben keine Zukunft als Margenbringer für Stadtwerke und EVU!

Wo und wie in Zukunft Geld verdienen? Was sind die besonderen Vorteile von kommunal und regional agierenden Unternehmen gegenüber einem zukünftig höchst agilen Wettbewerb? Wie können sie überleben?

Der Werkstattcharakter der Veranstaltung sollte dieser Situation Rechnung tragen. Es gibt keine Patentrezepte und die alten Strukturen verhindern eher innovative Lösungen, als dass sie sie fördern. Welche Methoden, Ideen und Erfahrungen gibt es also, um neue Geschäftsfelder zu entwickeln und die dazu notwendigen dauerhaften Innovationsprozesse in den Unternehmen zu realisieren?

Michael Scherbinski (Senerco GmbH) führt als Moderator in diesem Sinne in die Veranstaltung ein. Sein Fazit: es ist Zeit, gewohnte Wege zu verlassen und neue zu gehen. Die Branche muss sich neu erfinden, immer wieder; die Veränderung muss zum dauerhaften Prozess werden.

Sven Pietsch (energieloft) zeigt in einem Impulsvortrag, wie durch Kooperationen mit Startups und die Bildung von Netzwerken die äußeren Silos der Energieunternehmen aufgebrochen werden können und wie die Entwicklung neuer Geschäftsfelder ganz anders und um ein Vielfaches schlanker und schneller als in den tradierten Unternehmensformen vor sich gehen kann. Bereits an dieser Stelle ist zu erkennen, wie wichtig es ist, über den eigenen Tellerrand zu schauen, um sich neue Perspektiven zu erschließen.

Stella Poelzig (EnergieAgentur NRW) zeigt am Beispiel der Produktentwicklung „virtuelle Kraftwerke“ in ihrem früheren Unternehmen, wie wichtig das Aufbrechen der inneren Silos ist und Herr Lange Herrmann (Sipgate) zeigt am Beispiel einer anderen Branche (Telekommunikation), wie Innovationsbereiche organisiert werden können, ohne zu neuen Silos zu werden.

Jobst Klien (KLIEN Konsultation) und Bernd Reichelt (Stadtwerke Menden) weisen in ihrem gemeinsamen Vortrag darauf hin, dass das Wissen um bestimmte neue Geschäftsfelder und Kreativitätstools absolut notwendig, aber nicht hinreichend ist, um dauerhafte zukunftsfähige Strukturen zu installieren. Sie zeigen sehr plastisch, dass die vorherrschenden Management- und Organisations­formen auf der Basis des damit verbundenen Menschenbildes Kreativitätsmörder sind, die den komplexen Marktentwicklungen durch Digitalisierung und Energiewende in keiner Weise mehr gerecht werden können. Am Beispiel der Stadtwerke Menden stellt Bernd Reichelt diesem alten Modell explizit das Modell der dienenden Führung mit all ihren Konsequenzen entgegen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und dadurch auch die notwendigen Freiräume für Kreativität liefert. „Culture eats strategy for breakfast“ schrieb Peter Druecker. Aber die Unternehmenskultur ändert sich nicht durch „Cultural Change“-Projekte, sondern nur, wenn sich der Mindset, die Organisation und die Führung überzeugend und authentisch ändern. Die 5 großen K in der Organisation lauteten: Kultur, Kommunikation, Kooperation, Kreativität und last but not least der Kunde!

Danach wird es kreativ in der Veranstaltung, indem die Möglichkeiten von Veränderung und Kreativitätsentwicklung auch sinnlich erfahrbar gemacht werden.

Zunächst stellt Walter Schmitz (Walter Schmitz Unternehmensberatung) den Werkzeugkoffer der Innovations- und Kreativitätstools vor. Welche Instrumente und Tools eignen sich für welche Situation? Auch hier zeigt es sich, dass das Verlassen eingefahrener Wege für die eigene Branche durchaus neue Impulse geben kann. Der Bereich der Markenartikel liefert kann durchaus hilfreiche Hinweise liefern.

Besonders spannend für die Teilnehmer ist die Erfahrung, in welch kurzer Zeit beim Zulassen unkonventioneller Lösungsmöglichkeiten belastbare Ergebnisse zu erreichen sind. In zwei Arbeitsgruppen zeigen Walter Schmitz am Beispiel des Business Model Canvas und Bernhard Mildebrath (Schleupen AG) mit der Anwendung des Design Thinking, wie das tatsächlich funktionieren kann.

Die Zusammenfassung zeigt: Das Thema ist präsent und die Handlungsnotwendigkeiten sind offensichtlich – hier ja, aber wirklich da, wo es darauf ankommt?

Es scheint, dass Entscheidungsträger – insbesondere die Anteilseigner kommunaler Unternehmen sich den Themen nur bedingt stellen wollen. Wenn aber heute die Mittel für Investitionen in das Umsteuern nicht bereitgestellt werden, wie sollen dann dauerhaft und nachhaltig Überschüsse für die defizitären kommunalen Haushalte erzielt werden? Das Glaubensbekenntnis des „Weiter so“ wird angesichts der Weiterentwicklung der realen Welt simpel unter die Dampfwalze geraten!

Falls das Konzept oder Teilaspekte der Veranstaltung für Sie interessant sind, setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung:

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www.senerco.de

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