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Die Energieagentur NRW: Vorbild für den Bund! Nicht mehr gut genug für NRW?

Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hat in einer Pressemitteilung vom 30. September verlauten lassen, dass zur Erreichung ehrgeiziger Klimaziele eine neue Energie- und Klimaagentur gegründet werden soll. Unter diesem Dach sollen wohl IN4climate und offensichtlich der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW ihre Kräfte bündeln.

Ziel ist es u.a., das Umsetzungstempo zur Erreichung der Klimaschutzziele und den Umbau des Energiesystems zu steigern. Aktuelle Konjunktur- und Modernisierungsprogramme sollen hierzu genutzt werden.

So gut so schön. Nun stellt sich aber die Frage, was an diesen Planungen wirklich neu ist. Seit 1990 arbeitet die Energieagentur NRW als neutrale Einrichtung für die Landesregierung. Sie wurde in den Jahren beständig weiterentwickelt und an die Veränderungen und neuen Herausforderungen der Energiewirtschaft und des Klimaschutzes angepasst. Das Land hat mit der Gründung der Energieagentur seinerzeit als Vorreiter Maßstäbe gesetzt. Hiervon liest man aber nichts in der Pressemitteilung.

In den letzten Jahren wurde das Personal bis auf 160 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aufgestockt - nicht zuletzt, um auch den Anforderungen des Auftraggebers zu entsprechen. Es werden viele Netzwerke betreut, in denen Unternehmen, Verbände und Kommunen mitarbeiten. Diese befassen sich mit den Erneuerbaren Energien, der Kraft-Wärme-Kopplung, Wasserstoff, Brennstoffzellen, Mobilität und und und. Also mit allen Zukunftstechnologien. Wo ist also hier der Handlungsbedarf für eine grundsätzliche Neustrukturierung? Auch hierzu findet sich in der Pressemitteilung kein Hinweis.

Wird das nun alles aufgegeben und eingestellt? Geht das Know-how verloren, weil das Personal freigesetzt werden muss? Und zu guter Letzt: wenn das Ministerium die Anstrengungen zum Klimaschutz verstärken und das Umsetzungstempo erhöhen will, warum optimiert man dann nicht bestehende Strukturen und nutzt vorhandenes Know-how statt alles neu aufzubauen? Denn dies wird mit Sicherheit große zeitliche Verzögerungen mit sich bringen.

Um auch in Zukunft eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit externen Netzwerkpartnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zu gewährleisten, sollten die gestellten Fragen beantwortet werden. Es bleibt zu hoffen, dass diese Entscheidung noch einmal überdacht wird bzw. die Neugestaltung unter Nutzung der vorhandenen Ressourcen erfolgt - zum Wohle des Klimas und des Landeshaushalts.

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